Wohnungssuche und Schnäppchenjagd sind oft stressig – genau das nutzen Betrüger aus.
Diese Seite zeigt typische Muster bei Wohnungsbetrug (Kaution/Vorkasse), Fake-Shops und Abofallen.
Mit den Warnsignalen und der Checkliste unten können Sie viele Fälle schon erkennen, bevor Geld oder Daten weg sind.
Grundregel Nummer 1: Niemals Geld für eine Wohnung überweisen, die Sie nicht von innen besichtigt haben – egal wie „dringend“ oder „plausibel“ die Ausrede klingt.
Autor:Sozial-Lotse Team•Letzte Aktualisierung:
1. Wohnungsbetrug: Der Traum vom billigen Loft
Auf Portalen wie ImmoScout24 oder WG-Gesucht wirkt eine Anzeige perfekt: tolle Lage, schöne Fotos, möbliert – und deutlich günstiger als vergleichbare Wohnungen.
Der „Auslands-Trick“: Der angebliche Eigentümer sei im Ausland (Diplomat, Forscher, „beruflich versetzt“) und könne nicht zur Besichtigung.
Der Schlüssel-/Kautions-Trick: Sie sollen Kaution/erste Miete vorab zahlen (Überweisung, Western Union, „Treuhandkonto“) und bekommen den Schlüssel „per Post“.
Die Portal-Falle: Es kommt ein Link zu einer angeblichen Airbnb-/Booking-/TripAdvisor-Zahlungsseite – die in Wahrheit oft gefälscht ist.
Fakt ist: In solchen Fällen gibt es häufig keine echte Wohnung – oder der „Vermieter“ hat gar kein Vermietungsrecht.
Brechen Sie den Kontakt ab, sobald Geld vor Besichtigung/Vertrag gefordert wird, und melden Sie die Anzeige beim Portal.
2. Fake-Shops: Günstig, aber gefährlich
Sie suchen eine Waschmaschine oder Konsole und finden einen Shop, der deutlich billiger ist als alle anderen. Genau so funktionieren viele Fakeshops: Vertrauen erzeugen, Vorkasse kassieren, verschwinden.
Impressum & Anbieterangaben: Fehlen sie, sind widersprüchlich oder führen zu Briefkastenadressen? Dann nicht bestellen.
Zahlung: Viele Logos auf der Startseite, aber im Checkout geht nur noch Vorkasse (Überweisung).
Gütesiegel: Siegel als Bild ist kein Beweis. Klicken Sie das Siegel: Wenn kein echtes Zertifikat erscheint, ist es verdächtig.
3. Abofallen & versteckte Kosten
„Kostenlos testen“, „nur Versandkosten“ oder „Sie sind Gewinner“: Häufig wird über irreführende Seiten ein kostenpflichtiges Abo ausgelöst.
Die 1‑Euro-Falle: Ein Produkt wirkt billig (1–2 €), tatsächlich schließen Sie im Kleingedruckten ein teures Abo ab, das sich automatisch verlängert.
Der Button-Trick: Bei vielen Online-Verträgen muss der Bestellbutton klar auf die Zahlungspflicht hinweisen („zahlungspflichtig bestellen“ oder ähnlich eindeutig). Wenn das nicht der Fall ist, kann der Vertrag unwirksam sein.
Tipp für Handynutzer: Richten Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter eine kostenlose Drittanbietersperre ein.
Damit wird der Abrechnungsweg über die Handyrechnung für Drittanbieter blockiert – ein sehr wirksamer Schutz vor ungewollten Abo-Kosten am Smartphone.
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Checkliste – Seriös oder Betrug?
Fallbeispiele
Typische Situationen, die häufig zu finanziellen Verlusten führen – und wie man sie verhindert.
Beispiel 1 – Der Schlüssel per Post
Situation: Familie M. findet ein „Traumangebot“. Der „Vermieter“ ist angeblich Architekt in London und will die Kaution (1.200 €) über ein „Treuhandkonto von Airbnb“.
Die Falle: Der Link führt auf eine gefälschte Portal-Seite (Phishing). Das Geld landet direkt bei den Betrügern.
Lösung: Für normale Mietwohnungen laufen Kaution/Miete nicht über Urlaubsportale. Keine Zahlungen über Links aus E-Mails/Chats – nur nach echter Besichtigung und unterschriebenem Vertrag.
Beispiel 2 – Das „kostenlose“ Smartphone
Situation: Jan sieht: „iPhone gewinnen – nur 2 € Versand“. Er zahlt und gibt seine Daten ein.
Die Falle: Im Kleingedruckten wurde ein Probeabo ausgelöst, das sich automatisch für 89 € pro Monat verlängert.
Lösung: Sofort schriftlich widerrufen/kündigen, Beweise sichern und bei Lastschrift Abbuchung zurückgeben (bei autorisierten Lastschriften i.d.R. innerhalb von 8 Wochen). Zusätzlich kann eine Drittanbietersperre weitere Handyabrechnungen verhindern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ich habe an einen Fake-Shop überwiesen. Ist das Geld weg?
Bei Überweisungen sind Rückholungen oft schwierig. Kontaktieren Sie trotzdem sofort Ihre Bank (Rückrufversuch), sichern Sie Belege und erstatten Sie Anzeige. Bei Lastschrift oder Kreditkarte bestehen je nach Fall bessere Rückbuchungs-/Chargeback-Möglichkeiten.
Wie kündige ich eine Abofalle?
Handeln Sie schnell: Widerruf (wenn möglich innerhalb 14 Tagen) und/oder Kündigung schriftlich senden und Belege sichern. Stoppen Sie weitere Abbuchungen (z.B. Lastschrift zurückgeben, Karte sperren/ersetzen, Drittanbietersperre einrichten). Nutzen Sie gern unseren Generator für Kündigung/Widerruf.
Kann ich die Wohnung polizeilich prüfen lassen?
Die Polizei prüft in der Regel keine Inserate vorab. Sie können aber selbst Indizien checken (Bildersuche der Fotos, Adresse plausibel, Besichtigung möglich, keine Vorkasse). Bei Betrugsverdacht Anzeige erstatten und das Portal informieren.
Der Vermieter schickt mir seinen Ausweis als Foto. Ist er dann echt?
Nein. Ausweiskopien können gestohlen oder von anderen Opfern stammen. Schicken Sie niemals Ihren eigenen Ausweis „zur Sicherheit“ vorab und zahlen Sie keine Kaution, bevor Identität und Vermietungsrecht klar sind.