Digitaler Betrug & Social Media: WhatsApp, Phishing & Co.
Vieles läuft heute digital – und genau dort greifen Betrüger an: per E-Mail, Messenger und Social Media.
Ob täuschend echte „Konto“-Mails, die WhatsApp-Masche „Hallo Mama“ oder Love Scamming auf Dating-Plattformen:
Hier finden Sie typische Warnsignale, sichere Prüf-Schritte und Sofortmaßnahmen, um Geld, Accounts und Identität zu schützen.
Wichtiger Hinweis: Cyberkriminelle arbeiten professionell und mit psychologischem Druck.
Falls etwas passiert ist: nicht schämen, sondern schnell handeln (Zugänge sichern, Bank/Zahlungsdienst informieren, Beweise sichern).
Diese Seite ist eine erste Orientierung und ersetzt keine polizeiliche Ermittlung.
Autor:Sozial-Lotse Team•Letzte Aktualisierung:
1. Phishing-ABC: Gefälschte Mails erkennen
Phishing-Mails sehen oft aus wie Nachrichten von PayPal, Amazon, DHL oder Ihrer Bank. Das Ziel ist fast immer: Login-Daten, TANs oder Zahlungsdaten abgreifen – häufig über einen Link zu einer täuschend echten Fake-Seite.
Der Absender-Trick: Der Name wirkt seriös, aber die tatsächliche Adresse ist falsch (z.B. info@amazon-sicherheit-update.com statt einer offiziellen Domain).
Der Panik-Knopf: „Konto gesperrt“, „Verdächtige Aktivität“, „Paketproblem“ – Druck soll verhindern, dass Sie in Ruhe prüfen.
Der Link-Check: Öffnen Sie Webseiten im Zweifel manuell (Lesezeichen/URL). Am PC kann ein Mouseover helfen, die echte Zieladresse zu erkennen – klicken Sie nicht „aus Reflex“.
2. Messenger-Betrug: „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“
Eine sehr häufige Masche: Eine fremde Nummer schreibt, sie sei Ihr Kind/Verwandter – mit angeblich neuem Handy oder defekter SIM.
Die Story: „Das ist meine neue Nummer. Kannst du die alte löschen?“
Die Falle: Kurz danach folgt eine Geldbitte (Rechnung, „Notfall“, „dringende Überweisung“) – oft mit hohem Zeitdruck und der Bitte, niemandem davon zu erzählen.
So schützen Sie sich: Stellen Sie keine „Ja/Nein“-Fragen wie „Bist du das, Tom?“.
Rufen Sie die alte Nummer an oder nutzen Sie einen zweiten Kanal (z.B. Festnetz, Videoanruf, Familiengruppe).
Überweisen Sie niemals Geld, bevor die Identität zweifelsfrei bestätigt ist – besonders bei Echtzeitüberweisungen ist eine Rückholung oft kaum möglich.
3. Love Scamming: Wenn die Liebe teuer wird
Auf Dating-Portalen oder Social Media schreibt Sie eine Person an, es entsteht schnell Nähe – oft täglich und sehr intensiv. Treffen werden hinausgezögert, Gründe wirken „plausibel“ (Auslandseinsatz, Arbeit auf Bohrinsel, Krisengebiet).
Das Profil: Attraktive Fotos, starke Story, viel Romantik – aber wenig überprüfbare Details und Ausreden gegen Videoanrufe.
Die Forderung: Später kommt ein „Problem“ (OP, Ticket, Zoll, Anwalt, gestohlene Papiere). Gefordert wird Geld – häufig über schwer rückholbare Wege (Krypto, Gutscheinkarten, Bargeldtransfer).
Die harte Wahrheit: Hinter dem Profil steckt oft eine Betrugsgruppe. Brechen Sie Kontakt ab, zahlen Sie nichts und sichern Sie Beweise (Chats, Zahlungswege, Profil-Links) für eine Anzeige.
4. Identitätsdiebstahl: Jemand kauft auf Ihren Namen
Sie bekommen Mahnungen oder Inkasso-Schreiben für Waren, die Sie nie bestellt haben? Das kann bedeuten, dass Kriminelle Ihre persönlichen Daten genutzt haben, um Accounts zu eröffnen und auf Rechnung zu bestellen.
Oft wird dabei eine abweichende Lieferadresse genutzt (z.B. Packstation, Umleitung), während Rechnungen an Ihre echte Adresse gehen.
Sofortmaßnahmen:
Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei (Identitätsmissbrauch/Identitätsdiebstahl).
Prüfen Sie relevante Auskunfteien (z.B. SCHUFA) und dokumentieren Sie verdächtige Einträge.
Widersprechen Sie Forderungen schriftlich und fügen Sie – falls vorhanden – das Aktenzeichen/Beleg zur Anzeige bei.
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Checkliste – Sicher im digitalen Raum
Fallbeispiele
Typische Szenarien aus der digitalen Welt – plus sichere Reaktionswege.
Beispiel 1 – Der WhatsApp-Schock
Situation: Herr Klein bekommt eine WhatsApp: „Papa, Handy kaputt. Neue Nummer. Kannst du kurz 2.800 € überweisen? Muss heute raus.“
Fehler: Herr Klein fragt: „Bist du das, Tim?“ Der Betrüger antwortet natürlich mit „Ja“ und erhöht den Druck.
Richtiges Verhalten: Herr Klein sollte sofort die alte Nummer anrufen oder per Videoanruf prüfen. Sobald Tim am Telefon sagt „Ich habe kein neues Handy“, ist der Betrug eindeutig.
Beispiel 2 – Die Rechnung für nie bestellte Schuhe
Situation: Frau Groß erhält eine Mahnung über 150 € für Sneaker. Sie hat nie bestellt.
Problem: Unbekannte haben ein Kundenkonto mit ihren Daten erstellt und Ware an eine abweichende Adresse liefern lassen.
Lösung: Frau Groß zahlt nicht, erstattet Anzeige und widerspricht dem Shop schriftlich. Zusätzlich ändert sie Passwörter (vor allem E-Mail) und prüft Auskunftei-Einträge.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Soll ich auf Phishing-Mails antworten und sie beschimpfen?
Nein. Jede Antwort zeigt, dass Ihr Postfach aktiv ist, und kann zu mehr Spam oder gezielteren Angriffen führen. Melden Sie die Mail als Phishing/Spam und löschen Sie sie.
Wie kann ich prüfen, ob meine Daten gestohlen wurden?
Nutzen Sie seriöse Leak-Checks (z.B. Identity Leak Checker vom Hasso-Plattner-Institut), um zu prüfen, ob eine E-Mail-Adresse in bekannten Datenleaks auftaucht. Ändern Sie dann Passwörter betroffener Dienste und aktivieren Sie 2FA.
Was tun, wenn ich Geld an einen Love Scammer überwiesen habe?
Kontakt abbrechen, Beweise sichern (Chats, Profile, Zahlungsinfos) und Anzeige erstatten. Informieren Sie Bank/Zahlungsdienst so schnell wie möglich, auch wenn eine Rückholung nicht immer gelingt. Holen Sie sich Unterstützung – emotionaler Druck ist Teil der Masche.
Ist es sicher, meinen Ausweis als Foto zu verschicken?
Nur in Ausnahmefällen und sehr vorsichtig. Ausweisfotos können für Identitätsdiebstahl missbraucht werden. Wenn es unvermeidbar ist: unnötige Daten schwärzen und ein klares Wasserzeichen ergänzen („Nur zur Verifizierung bei …“, Datum), damit das Bild nicht leicht weiterverwendet werden kann.