Betrug an der Haustür & am Telefon: Schutz vor Enkeltrick & Co.
Betrüger nutzen gezielt Hilfsbereitschaft, Schock und Zeitdruck aus – häufig treffen sie dabei ältere Menschen, aber grundsätzlich kann es jeden erwischen.
Ob „Enkeltrick“, Schockanruf, falscher Polizist oder spontane Handwerker-Kolonne:
Hier stehen die typischen Warnsignale, klare Schutzregeln und konkrete Schritte, wie Sie Angehörige schützen und im Ernstfall richtig handeln.
Wichtiger Hinweis: Sprechen Sie mit Eltern und Großeltern über diese Maschen – Aufklärung ist der beste Schutz.
Diese Seite dient der Information und ersetzt keine Beratung durch Polizei, Verbraucherzentrale oder Anwalt.
Bei akuter Gefahr: 110 wählen.
Autor:Sozial-Lotse Team•Letzte Aktualisierung:
1. Der Enkeltrick und Schockanrufe
Diese Betrugsform ist besonders perfide, weil sie mit Angst um Angehörige und extremem Zeitdruck arbeitet.
Der Klassiker („Rate mal, wer hier spricht“): Der Anrufer gibt sich als Enkel/Neffe aus, behauptet eine Notlage und will sofort Bargeld oder Wertsachen.
Der Schockanruf: Ein angeblicher Polizist/Staatsanwalt berichtet von Unfall, Haft oder „Kaution“ und fordert schnelles Geld – oft soll ein Bote es abholen.
Die wichtigste Regel: Die echte Polizei fordert am Telefon niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertsachen.
Legen Sie auf – auch wenn der Anrufer es „verbietet“ – und rufen Sie Angehörige über bekannte Nummern zurück.
2. Falsche Handwerker und Amtsträger
Hier wollen Täter in die Wohnung, um Wertsachen zu stehlen oder später mit Druck überteuerte Leistungen „abzurechnen“.
Der „Wasserwerker“/„Heizungsableser“: Vorwand ist ein angeblicher Schaden oder eine Prüfung. Während Sie abgelenkt sind, durchsucht ein Komplize die Wohnung.
Der „falsche Polizist“: Er behauptet Einbrüche in der Nachbarschaft und will Schmuck/Bargeld „sicher verwahren“ – das ist immer Betrug.
Spezialfall: Die „Haustürkolonnen“ (Dach- und Steinreinigung)
Mobile Trupps klingeln unangemeldet und zeigen angebliche Mängel („Ziegel locker“, „Terrasse gefährlich rutschig“). Das Angebot wirkt günstig und „nur heute“ verfügbar.
Die Gefahr: Nach Arbeitsbeginn werden „massive Schäden“ behauptet, der Preis steigt sprunghaft, die Arbeit ist oft minderwertig und es wird aggressiv auf sofortige Barzahlung gedrängt.
3. Haustürgeschäfte: Verträge an der Tür
Vertreter drängen zum Anbieterwechsel (Strom/Internet) oder zu Abos und behaupten z.B., die Umstellung sei „Pflicht“ oder der alte Anbieter „nicht mehr zuständig“.
Ihr Recht: Bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen haben Verbraucher in der Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht – es gibt jedoch Ausnahmen, und die Frist hängt u.a. von einer korrekten Widerrufsbelehrung ab.
4. Gewinnversprechen per Post oder Telefon
„Herzlichen Glückwunsch!“ – doch bevor es zur Auszahlung kommt, sollen Sie „Gebühren“ zahlen, oft über Gutscheinkarten (z.B. Amazon, Paysafe) oder dubiose Überweisungen.
Merke: Seriöse Gewinnspiele verlangen keine Vorauszahlung, damit ein Gewinn ausgezahlt wird.
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Checkliste – Sicher an Haustür & Telefon
Fallbeispiele
So gehen Betrüger vor – und so reagieren Sie mit möglichst wenig Risiko.
Beispiel 1 – Die falsche Enkelin
Situation: Frau Weber (82) erhält einen Anruf. Eine weinerliche Stimme sagt: „Oma, mir ist was Schreckliches passiert, ich hatte einen Unfall!“ Ein „Polizist“ übernimmt und fordert 20.000 € „Kaution“.
Die Falle: Schock + Zeitdruck sollen verhindern, dass Frau Weber nachfragt oder jemanden anruft.
Lösung: Frau Weber legt auf, ruft die echte Enkelin über die bekannte Nummer an und klärt so die Lage. Danach meldet sie den Vorfall der Polizei.
Beispiel 2 – Die Terrassen-Reinigung
Situation: Zwei Männer in Arbeitskleidung klingeln bei Herrn K. und bieten an, die Terrasse für 150 € „schnell mitzureinigen“. Herr K. willigt ein.
Die Falle: Kurz danach werden Zusatzarbeiten „zwingend“ erklärt („sonst geht alles kaputt“). Kosten: 2.500 €. Es folgt Druck („bar sofort“, „wir sind schon angefangen“).
Lösung: Herr K. stoppt die Arbeiten, verweist die Männer vom Grundstück und kündigt an, die Polizei zu rufen. Weil nichts unterschrieben und nichts bezahlt wurde, ziehen die Täter ab.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was soll ich tun, wenn ein Angehöriger am Telefon Geld braucht?
Legen Sie auf. Rufen Sie den Verwandten über eine bekannte Nummer zurück und prüfen Sie die Geschichte. Geben Sie niemals Geld oder Wertsachen an „Boten“ heraus.
Darf ich Handwerker, die spontan klingeln, beauftragen?
In der Praxis ist das riskant. Unterschreiben Sie nichts an der Haustür, holen Sie Vergleichsangebote ein und zahlen Sie nicht bar „sofort“, sondern nur gegen Rechnung.
Habe ich bei Haustürgeschäften ein Widerrufsrecht?
Bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen besteht grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht, es gibt aber Ausnahmen und die Frist hängt u.a. von einer korrekten Belehrung ab. Nutzen Sie unseren Widerrufs-Generator, um den Widerruf schriftlich zu erstellen.
Jemand behauptet, er sei von der Polizei. Muss ich ihn reinlassen?
Nein. Lassen Sie niemanden hinein. Verifizieren Sie den Besuch über eine selbst recherchierte Telefonnummer der Dienststelle/Behörde und rufen Sie bei akuter Gefahr die 110.
Ich habe Geld an Betrüger übergeben. Was nun?
Erstatten Sie sofort Anzeige und dokumentieren Sie alles (Zeitpunkt, Beschreibung, Telefonnummern, Übergabeort, Zeugen). Informieren Sie auch Ihre Bank (und ggf. Versicherungen). Sprechen Sie mit Vertrauenspersonen – Betrüger arbeiten professionell und gezielt mit Druck.