Betrug im Internet: So schützen Sie sich vor den häufigsten Maschen
Ob eine verdächtige E-Mail „von der Bank“, ein unrealistisch günstiges Angebot im Online-Shop oder eine seltsame Nachricht bei Kleinanzeigen:
Internetbetrug wirkt heute oft täuschend echt.
Wer typische Warnsignale kennt und ruhig bleibt, kann viele Schäden verhindern – und im Ernstfall schneller richtig reagieren.
Wichtiger Hinweis: Diese Seite ersetzt keine Rechts- oder IT-Sicherheitsberatung.
Sie dient der allgemeinen Aufklärung und Orientierung.
Bei konkretem Verdacht oder Schaden: Kontaktieren Sie umgehend Polizei, Bank/Zahlungsdienst und ggf. eine Verbraucherzentrale.
Autor:Sozial-Lotse Team•Letzte Aktualisierung:
Die goldenen Regeln: Ihr Schutzschild im Internet
Seien Sie skeptisch: Wenn ein Angebot „zu gut“ wirkt (Preis, Gewinn, Sonderaktion), ist Vorsicht angebracht.
Niemals unter Druck setzen lassen: Betrüger arbeiten mit Stress („Ihr Konto wird gesperrt!“, „Letzte Chance!“). Nehmen Sie sich Zeit und prüfen Sie Fakten.
Keine sensiblen Daten per Nachricht: Seriöse Banken/Behörden fragen nicht per E-Mail/SMS nach PIN, TAN, Passwörtern oder Ausweisdaten.
Absender, Links, Domain prüfen: Achten Sie auf minimale Abweichungen (z.B. paypaI statt paypal) und öffnen Sie Webseiten lieber manuell über das Lesezeichen.
Ihr wichtigstes Werkzeug ist Ihr Bauchgefühl.
Wenn etwas komisch ist: abbrechen, nicht zahlen, nicht klicken – und lieber einmal mehr nachprüfen.
Die häufigsten Betrugsmaschen im Detail
Kriminelle nutzen unterschiedliche Wege, um an Geld, Zugänge oder Identitätsdaten zu kommen. Diese Maschen tauchen besonders häufig auf:
Phishing (E-Mail) & Smishing (SMS): Gefälschte Nachrichten wirken wie von Bank, Paketdienst oder Plattform. Ziel ist meist: Login-Daten, TAN, Karteninfos oder eine Installation/Bezahlung über einen Link.
Fakeshops: Professionell gestaltete Shops locken mit Markenware zu Dumpingpreisen. Nach Vorkasse erfolgt keine Lieferung, Reklamation läuft ins Leere.
Kleinanzeigen-Betrug: Typisch sind gefälschte Zahlungsbestätigungen, „Kurier“-Links, angebliche Abholung per Spedition, Identitätsdiebstahl oder Druck („Sofort überweisen, sonst weg!“).
Abo-Fallen & Kostenfallen: Hinter „gratis“ Angeboten verstecken sich kostenpflichtige Abos im Kleingedruckten oder durch irreführende Button-Texte.
Sofortmaßnahmen: Was tun, wenn Sie betrogen wurden?
Aufforderung zu Login, TAN, „Datenabgleich“ oder Installation einer App.
Links/Anhänge, die nicht eindeutig zu einer offiziellen Domain gehören.
Sichere Zahlungsmethoden im Internet
Je nach Zahlungsmethode haben Sie im Streitfall bessere oder schlechtere Möglichkeiten. Als Faustregel gilt: je nachvollziehbarer und je mehr Schutzmechanismen, desto besser.
Sicher(er): Kauf auf Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte, Zahlungsdienste mit Käuferschutz (z.B. PayPal „Waren & Dienstleistungen“, sofern korrekt genutzt).
Unsicher: Vorkasse per Banküberweisung, Bargeldtransferdienste (z.B. Western Union), PayPal „Freunde & Familie“ bei Käufen von Unbekannten.
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Checkliste – Bin ich auf einen Betrüger gestoßen?
Fallbeispiele aus dem Alltag
Kurze anonymisierte Praxisfälle zeigen typische Betrugsmaschen und eine sinnvolle Reaktion.
Beispiel 1 – Die gefälschte Paket-SMS
Ausgangslage: Frau Müller erhält eine SMS: „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Verfolgen Sie es hier: [verdächtiger Link]“. Sie erwartet tatsächlich ein Paket.
Problem: Der Link führt nicht zur echten Paketdienst-Seite, sondern zu einer Seite, die zur Installation einer App auffordert. Dahinter steckt häufig Schadsoftware, die Daten ausspähen kann.
Maßnahme: Frau Müller klickt nicht. Sie löscht die SMS und prüft den Status direkt auf der offiziellen Webseite/App des Paketdienstes mit der echten Sendungsnummer.
Ergebnis: Kein Schaden. Die Smishing-Attacke wurde abgewehrt.
Beispiel 2 – Der Fakeshop für Turnschuhe
Ausgangslage: Herr Schmidt sieht ein Werbeangebot: Markenschuhe für 49 € statt 150 €. Der Shop wirkt modern, hat aber kein sauberes Impressum und bietet nur Vorkasse an.
Problem: Er überweist. Die Ware kommt nie an. Nach kurzer Zeit ist der Shop nicht mehr erreichbar.
Maßnahme: Zu spät. Besser wäre gewesen: Impressum/Adresse prüfen, Domain/Shopname recherchieren („[Shopname] Erfahrungen“, „[Shopname] Betrug“) und nur mit Käuferschutz zahlen.
Ergebnis: Lehrgeld. Zukünftig bestellt er nur bei bekannten Händlern oder mit sicheren Zahlarten.
Hinweis: Geben Sie niemals Daten auf einer Seite ein, die Sie über einen unaufgeforderten Link (E-Mail/SMS/Chat) geöffnet haben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ich habe auf einen Phishing-Link geklickt. Was soll ich jetzt tun?
Trennen Sie – wenn möglich – die Internetverbindung. Ändern Sie anschließend von einem anderen, sicheren Gerät aus alle betroffenen Passwörter (vor allem E-Mail/Online-Banking) und aktivieren Sie 2-Faktor-Authentifizierung. Führen Sie einen Malware-Scan durch und kontaktieren Sie bei Zahlungsdaten-Risiko sofort Bank/Zahlungsdienst; Anzeige erstatten und Beweise sichern.
Wie erkenne ich einen Fakeshop?
Achten Sie auf Dumpingpreise, fehlende oder widersprüchliche Anbieterangaben (Impressum/Adresse), ausschließlich Vorkasse, auffällig „neue“ Domains oder unplausible Bewertungen. Suchen Sie nach unabhängigen Erfahrungen („Shopname Erfahrungen/Betrug“) und kaufen Sie im Zweifel nur mit Käuferschutz oder bei bekannten Händlern.
Ich wurde bei Kleinanzeigen betrogen. Bekomme ich mein Geld zurück?
Das ist oft schwierig, aber Schnelligkeit zählt: Bank/Payment-Anbieter sofort kontaktieren (Rückruf/Käuferschutz), Beweise sichern und Anzeige erstatten. Bei PayPal „Freunde & Familie“ besteht üblicherweise kein Käuferschutz.
Muss ich eine Strafanzeige stellen?
Eine Strafanzeige ist in vielen Fällen sinnvoll, weil sie Ermittlungen ermöglicht und häufig als Nachweis gegenüber Bank/Zahlungsdienst/Versicherung hilft. Zusätzlich unterstützt sie die Verfolgung von Tätergruppen und kann andere schützen.
Was tun bei einer verdächtigen E-Mail?
Nicht klicken, keine Anhänge öffnen, nicht antworten. Prüfen Sie die Information über offizielle Kanäle (Website manuell öffnen, Hotline-Nummer aus dem Impressum nutzen) und melden Sie die Nachricht als Phishing bei Ihrem E-Mail-Anbieter.