Betrug im Internet: So schützen Sie sich vor den häufigsten Maschen

Ob eine verdächtige E-Mail „von der Bank“, ein unrealistisch günstiges Angebot im Online-Shop oder eine seltsame Nachricht bei Kleinanzeigen: Internetbetrug wirkt heute oft täuschend echt. Wer typische Warnsignale kennt und ruhig bleibt, kann viele Schäden verhindern – und im Ernstfall schneller richtig reagieren.

Wichtiger Hinweis: Diese Seite ersetzt keine Rechts- oder IT-Sicherheitsberatung. Sie dient der allgemeinen Aufklärung und Orientierung. Bei konkretem Verdacht oder Schaden: Kontaktieren Sie umgehend Polizei, Bank/Zahlungsdienst und ggf. eine Verbraucherzentrale.

Autor: Sozial-Lotse Team Letzte Aktualisierung:

Die goldenen Regeln: Ihr Schutzschild im Internet

Ihr wichtigstes Werkzeug ist Ihr Bauchgefühl. Wenn etwas komisch ist: abbrechen, nicht zahlen, nicht klicken – und lieber einmal mehr nachprüfen.

Die häufigsten Betrugsmaschen im Detail

Kriminelle nutzen unterschiedliche Wege, um an Geld, Zugänge oder Identitätsdaten zu kommen. Diese Maschen tauchen besonders häufig auf:

  1. Phishing (E-Mail) & Smishing (SMS): Gefälschte Nachrichten wirken wie von Bank, Paketdienst oder Plattform. Ziel ist meist: Login-Daten, TAN, Karteninfos oder eine Installation/Bezahlung über einen Link.
  2. Fakeshops: Professionell gestaltete Shops locken mit Markenware zu Dumpingpreisen. Nach Vorkasse erfolgt keine Lieferung, Reklamation läuft ins Leere.
  3. Kleinanzeigen-Betrug: Typisch sind gefälschte Zahlungsbestätigungen, „Kurier“-Links, angebliche Abholung per Spedition, Identitätsdiebstahl oder Druck („Sofort überweisen, sonst weg!“).
  4. Abo-Fallen & Kostenfallen: Hinter „gratis“ Angeboten verstecken sich kostenpflichtige Abos im Kleingedruckten oder durch irreführende Button-Texte.

Sofortmaßnahmen: Was tun, wenn Sie betrogen wurden?

  1. Schritt 1: Bank/Zahlungsdienst sofort kontaktieren. Karten sperren, Online-Banking absichern, Überweisungsrückruf anfragen, Käuferschutz-Fall eröffnen.
  2. Schritt 2: Zugänge sichern. Passwörter ändern (vor allem E-Mail!), 2-Faktor-Authentifizierung aktivieren, verdächtige Geräte/Apps prüfen.
  3. Schritt 3: Beweise sichern & Anzeige erstatten. Speichern Sie E-Mails, Header/Absender, Chatverläufe, Zahlungsbelege, Screenshots, Links und Zeitpunkte.

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Wie erkenne ich eine Phishing-Mail?

Achten Sie besonders auf diese Warnsignale (ein einzelnes Zeichen reicht oft schon für Verdacht):

Sichere Zahlungsmethoden im Internet

Je nach Zahlungsmethode haben Sie im Streitfall bessere oder schlechtere Möglichkeiten. Als Faustregel gilt: je nachvollziehbarer und je mehr Schutzmechanismen, desto besser.

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Checkliste – Bin ich auf einen Betrüger gestoßen?

Fallbeispiele aus dem Alltag

Kurze anonymisierte Praxisfälle zeigen typische Betrugsmaschen und eine sinnvolle Reaktion.

Beispiel 1 – Die gefälschte Paket-SMS

Ausgangslage: Frau Müller erhält eine SMS: „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Verfolgen Sie es hier: [verdächtiger Link]“. Sie erwartet tatsächlich ein Paket.

Problem: Der Link führt nicht zur echten Paketdienst-Seite, sondern zu einer Seite, die zur Installation einer App auffordert. Dahinter steckt häufig Schadsoftware, die Daten ausspähen kann.

Maßnahme: Frau Müller klickt nicht. Sie löscht die SMS und prüft den Status direkt auf der offiziellen Webseite/App des Paketdienstes mit der echten Sendungsnummer.

Ergebnis: Kein Schaden. Die Smishing-Attacke wurde abgewehrt.

Beispiel 2 – Der Fakeshop für Turnschuhe

Ausgangslage: Herr Schmidt sieht ein Werbeangebot: Markenschuhe für 49 € statt 150 €. Der Shop wirkt modern, hat aber kein sauberes Impressum und bietet nur Vorkasse an.

Problem: Er überweist. Die Ware kommt nie an. Nach kurzer Zeit ist der Shop nicht mehr erreichbar.

Maßnahme: Zu spät. Besser wäre gewesen: Impressum/Adresse prüfen, Domain/Shopname recherchieren („[Shopname] Erfahrungen“, „[Shopname] Betrug“) und nur mit Käuferschutz zahlen.

Ergebnis: Lehrgeld. Zukünftig bestellt er nur bei bekannten Händlern oder mit sicheren Zahlarten.

Hinweis: Geben Sie niemals Daten auf einer Seite ein, die Sie über einen unaufgeforderten Link (E-Mail/SMS/Chat) geöffnet haben.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ich habe auf einen Phishing-Link geklickt. Was soll ich jetzt tun?

Trennen Sie – wenn möglich – die Internetverbindung. Ändern Sie anschließend von einem anderen, sicheren Gerät aus alle betroffenen Passwörter (vor allem E-Mail/Online-Banking) und aktivieren Sie 2-Faktor-Authentifizierung. Führen Sie einen Malware-Scan durch und kontaktieren Sie bei Zahlungsdaten-Risiko sofort Bank/Zahlungsdienst; Anzeige erstatten und Beweise sichern.

Wie erkenne ich einen Fakeshop?

Achten Sie auf Dumpingpreise, fehlende oder widersprüchliche Anbieterangaben (Impressum/Adresse), ausschließlich Vorkasse, auffällig „neue“ Domains oder unplausible Bewertungen. Suchen Sie nach unabhängigen Erfahrungen („Shopname Erfahrungen/Betrug“) und kaufen Sie im Zweifel nur mit Käuferschutz oder bei bekannten Händlern.

Ich wurde bei Kleinanzeigen betrogen. Bekomme ich mein Geld zurück?

Das ist oft schwierig, aber Schnelligkeit zählt: Bank/Payment-Anbieter sofort kontaktieren (Rückruf/Käuferschutz), Beweise sichern und Anzeige erstatten. Bei PayPal „Freunde & Familie“ besteht üblicherweise kein Käuferschutz.

Muss ich eine Strafanzeige stellen?

Eine Strafanzeige ist in vielen Fällen sinnvoll, weil sie Ermittlungen ermöglicht und häufig als Nachweis gegenüber Bank/Zahlungsdienst/Versicherung hilft. Zusätzlich unterstützt sie die Verfolgung von Tätergruppen und kann andere schützen.

Was tun bei einer verdächtigen E-Mail?

Nicht klicken, keine Anhänge öffnen, nicht antworten. Prüfen Sie die Information über offizielle Kanäle (Website manuell öffnen, Hotline-Nummer aus dem Impressum nutzen) und melden Sie die Nachricht als Phishing bei Ihrem E-Mail-Anbieter.

Quellen & weiterführende Links

Zuletzt geprüft: 02.01.2026