Finanz- & Job-Betrug: Wenn die Geldnot ausgenutzt wird

Wer knapp bei Kasse ist, arbeitslos ist oder dringend einen Kredit braucht, wird besonders häufig zur Zielscheibe. Versprochen werden „schnelles Geld“, „Nebenjob ohne Aufwand“ oder „Kredit für jedermann“. Am Ende ist nicht nur Geld weg – im schlimmsten Fall geraten Betroffene als Finanzagent in eine Geldwäsche-Struktur und bekommen strafrechtliche Probleme.

Achtung – hohes Risiko: Viele vermeintliche Jobs („Finanzagent“, „Payment Manager“, „Treuhandagent“) dienen der Geldwäsche. Wer Geld über das eigene Konto annimmt und weiterleitet, kann sich strafbar machen und muss häufig mit Rückforderungen rechnen. Holen Sie frühzeitig Hilfe (Bank/Polizei) und leiten Sie kein Geld weiter.

Autor: Sozial-Lotse Team Letzte Aktualisierung:

1. Fake-Jobs: Die Geldwäsche-Falle

Vorsicht bei Nebenjob-/Heimarbeitsangeboten mit Titeln wie „Finanzagent“, „Treuhandmanager“, „Zahlungsbearbeitung“, „Warenagent“, „Paketagent“ oder angeblichen „Produkttests“, bei denen Konten eröffnet oder „Zahlungen getestet“ werden sollen.

2. Kredit-Abzocke: „Kredit ohne Schufa“

Gerade Menschen mit schlechter Bonität werden gezielt mit „Sofortkredit“, „ohne Schufa“ oder „100% Zusage“ angelockt. Häufig geht es nicht um einen Kredit, sondern um Gebühren, Abos oder teure Nebenverträge.

3. Krypto- & Trading-Betrug

Über Social Media/YouTube wird mit „einfachen Gewinnen“ geworben, oft mit Promi-Missbrauch (gefälschte Zitate/Artikel) und einem „persönlichen Berater“, der Druck macht.

Typisch: Eine kleine Einzahlung (z.B. 250 €) – auf der Plattform sieht es aus, als würden Gewinne steigen. Danach folgen Anrufe, um höhere Einzahlungen zu erzwingen. Sobald Sie auszahlen wollen, werden Auszahlungen blockiert oder es werden „Steuern/Gebühren“ als Vorbedingung verlangt. Das ist ein Warnsignal für Betrug.

4. Vorauszahlungsbetrug (Vorschussbetrug)

„Erbschaft“, „Gewinn“, „Investment-Freigabe“: Immer, wenn Sie erst zahlen sollen (Notar, Anwalt, Zoll, Transport), um Geld zu bekommen, gilt als Grundregel: nicht zahlen.

Überweisen Sie niemals Geld an Unbekannte, besonders nicht ins Ausland, und geben Sie keine Ausweiskopien oder Kontodaten „zur Freischaltung“ heraus.

Clerion – Die KI, die Ihnen bei Behördenpost und Anträgen hilft

Ob Brief vom Amt, komplizierter Antrag oder langer Bescheid: Clerion erklärt Ihnen jedes Schreiben verständlich, erkennt Fristen, prüft Dokumente und erstellt auf Wunsch ein fertiges Antwort-PDF. Einfach, sicher und entwickelt für Menschen, die im Alltag entlastet werden wollen.

Sie suchen kostenlose Infos oder Vorlagen? Hier finden Sie weitere Hilfsangebote:

Checkliste: Ist das Angebot seriös?

Wenn auch nur ein Punkt zutrifft, ist höchste Vorsicht angebracht:

Checkliste – Unseriöse Finanzangebote erkennen

Fallbeispiele: So schnell kann es gehen

Diese Beispiele zeigen typische Abläufe – und welche Warnsignale man zukünftig ernster nehmen sollte.

Beispiel 1 – Der „Finanzagent“ wider Willen

Situation: Kevin (arbeitslos) findet online einen Job als „Payment Controller“. Er soll Geld über sein Konto annehmen, in Krypto umwandeln und weiterleiten – 5% „Provision“ darf er behalten.

Die Folge: Nach kurzer Zeit gibt es Ermittlungen: Die Geldeingänge stammen aus Betrugstaten. Kevin steht als Kontoinhaber im Zahlungsfluss und muss mit strafrechtlichen Folgen und Rückforderungen rechnen.

Lösung: Niemals das eigene Konto für Dritte zur Verfügung stellen, keine Weiterleitungen, keine „Testzahlungen“ – und bei Verdacht sofort Bank/Polizei kontaktieren.

Beispiel 2 – Die teure Nachnahme für den Kredit

Situation: Lisa braucht dringend 3.000 € und findet ein Angebot „Sofortkredit auch bei negativer Schufa“.

Die Falle: Ein Brief kommt per Nachnahme. Lisa zahlt 250 € „Gebühr“. Im Umschlag: keine Auszahlung, sondern wertlose Informationen bzw. andere Unterlagen.

Ergebnis: Geld weg, kein Kredit da – und oft folgen weitere Kontaktversuche („Noch eine Gebühr, dann klappt es“).


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ich habe Geld als Finanzagent weitergeleitet. Bin ich strafbar?

Es drohen strafrechtliche Folgen, weil das Weiterleiten von Geldern als (leichtfertige) Geldwäsche bewertet werden kann. Handeln Sie sofort: Kontakt abbrechen, Belege/Chats sichern, Bank informieren und zur Polizei. Holen Sie zusätzlich anwaltlichen Rat.

Bekomme ich mein Geld von Trading-Plattformen zurück?

Das ist oft sehr schwierig, besonders bei Auslandstätern und Krypto-Zahlungen. Anzeige ist trotzdem wichtig. Vorsicht vor „Recovery-Scams“: Wer gegen Gebühr „Rückholung garantiert“, ist häufig der nächste Betrug.

Darf das Jobcenter mir Leistungen kürzen, wenn ich auf einen Betrug hereinfalle?

Leistungen werden nicht „automatisch“ gekürzt, weil man Opfer wurde. Aber Einkommen/Provisionen können anrechenbar sein und zivilrechtliche Rückforderungen können die finanzielle Lage verschärfen. Holen Sie früh Hilfe (Schuldnerberatung/Sozialberatung).

Was ist mit „Produkttester“-Jobs?

Echte Produkttests sind normalerweise harmlos. Wenn Sie aber Bankkonten eröffnen, „Video-Ident testen“ oder Zahlungswege nutzen sollen, ist das ein starkes Warnsignal: Solche Konten/Identitäten können für Straftaten missbraucht werden.

Quellen & weiterführende Links

Zuletzt geprüft: 02.01.2026